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Land & Leute

Hand mit Weintrauben

Wo Trollinger und Riesling reifen:
Ins Remstal zum Schlotzen

Von Wolf Günthner, dpa


Selbst «Schwarzer Peter» wird hier nicht gespielt, sondern getrunken. Reinhold Maier, Baden-Württembergs erster Ministerpräsident, gab dem Hauswein im Landgasthof Hirsch in Remshalden-Grunbach seinen berühmten Namen. Mit dem Satz, er «spiele das Schwarzer-Peter-Spiel von Konrad Adenauer bei den Europäischen Verträgen nicht mehr mit», lockte Maier einst mehrere Dutzend Journalisten aus Europa ins Remstal. Seither heißt dieser eigens für den «Hirsch» gekelterte Trollinger «Schwarzer Peter».

Wir sind im Remstal, im beliebten Naherholungsgebiet der Region Stuttgart. Von ihrem Ursprung bei Essingen im Ostalbkreis bis zur Mündung in den Neckar bei Neckarrems fließt die Rems 80 Kilometer lang entlang an Streuobstwiesen, Wäldern und grünen Auen, vorbei an prallen Weinbergen und durch verwinkelte Dörfer und Städtchen. Vor allem zwischen Schwäbisch Gmünd und Fellbach lebt der Landstrich von der Abwechslung.

Die Kirschen- und Obstbaumblüte im Frühjahr ist ebenso eine Augenweide wie der Herbst, wenn die Rebstöcke voller Trauben hängen. Und nach der Lese der edlen Tropfen, die Spitzen-Weingärtner wie J. Ellwanger in Winterbach, Haidle und Beurer in Stetten, Klopfer und B. Ellwanger in Großheppach, Kuhnle in Strümpfelbach, Aldinger oder Schnaitmann in Fellbach ausbauen, schillert das Laub der Reben in allen Farben.

Fest im Remstal

«Komma, gugga, schmecka, schlotza» - was sich wie die schwäbische Variante von Cäsars «veni, vidi, vici» anhört, ist nur das liebenswerte Motto des Remstals und die Aufforderung, sich in diesem Landstrich östlich von Stuttgart vom Dreiklang aus Natur, gutem Essen und feinen Weinen verwöhnen zu lassen. Nicht umsonst gilt das Tal als vinologisches Zentrum und die Wiege von Württemberg.

1080 erbaute Konrad von Beutelsbach auf dem Wirtemberg eine Burg, die der Familie den Namen gab. Nicht weniger wichtig war 1514 der Bauernaufstand «Armer Konrad», der zwar blutig niedergeschlagen wurde, letztendlich aber zum «Tübinger Vertrag» führte, der ersten Verfassung von Württemberg. Bedeutsam ist auch das im Jahr 885 in einer Urkunde des Karolinger-Kaisers Karl III. erstmals erwähnte Waiblingen: Mit dem Schlachtruf «Hie Welf, hie Waibling!» trugen die mächtigen Staufer den Namen der heutigen Kreisstadt nach ganz Europa. Der spätere Salier-König und -Kaiser Konrad II. wurde hier geboren, die historische Stadtmauer mit gut erhaltenen Wacht- und Tortürmen sowie Fachwerkhäusern führte zur Aufnahme Waiblingens in die «Deutsche Fachwerkstraße».

Sehenswert ist vieles im Remstal, der Limes etwa in Schwäbisch Gmünd, wo jeden Sommer das Festival «Europäische Kirchenmusik» stattfindet. Oder Lorch, mit seinem romanischen Kloster. Friedrich Schiller ging hier drei Jahre lang zur Schule, der Dichter Eduard Mörike weilte als Hobbytöpfer im damaligen Luftkurort.

Herbstlandschaft

Flussabwärts folgt Schorndorf, der Geburtsort von Gottlieb Daimler, den man wegen seiner nächtlichen Versuche mit dem «leichten, schnelllaufenden Benzinmotor» für einen Falschmünzer hielt und der deshalb seine Erfinderwerkstatt nach Bad Cannstatt verlegte. Auf seinen Fahrten soll Daimler gerne im «Lamm» in Hebsack und im «Hirsch» in Hebsack getankt haben - Trollinger, kein Benzin!

Der größte Sohn Grunbachs war Ernst Heinkel, der weltbekannte Flugzeugpionier und Erfinder des Düsenflugzeugs. Aus Geradstetten kommt dagegen der «Spätzles-Schwob», eine Presse, die die schwäbische Leibspeise wie handgeschabt auf den Teller bringt.

Bei einer Stadt ist der Name Programm: Weinstadt lässt keine Kehle trocken. Im Herzen des malerischen Remstals, umgeben von den Hängen des Schurwalds, von Obstwiesen und Weinbergen, liegt dieses führende Weinbauzentrum Württembergs. Dort kann man auch Gotthilf Fischer treffen; auch der Dirigent der weltbekannten Fischer-Chöre weiß einen guten Tropfen zu schätzen. Selbst die Pietisten, die im Remstal zu Hause sind, schlotzen öfters ein Viertele Riesling und pflegen dann zu sagen: «Wenn der Wein nicht ein Geschenk Gottes wäre, könnten wir ihn noch viel besser verachten.»

dpa/gms wg